Orientierungssystem, SWW Sozial-Wirtschafts-Werk Landkreis Oberallgäu Wohnungsbau GmbH
Goethe-Quartier
Info
In Sonthofen ist ein neues Quartier entstanden – das Goethe-Quartier. Rund 500 Wohnungen in Bauten der 1950er-Jahre wurden durch etwa 150 neue Wohneinheiten und eine Tiefgarage ergänzt. Gleichzeitig wurden die bestehenden Gebäude modernisiert sowie Straßenräume und Grünanlagen neu gestaltet. Aus gewachsenem Bestand und neuen Bausteinen ist ein zukunftsorientiertes Quartier enstanden, dessen Atmosphäre wir mit spielerischem Storytelling und einer freudvollen Ästhetik maßgeblich mitgestalten.
Wir entwickeln für das Quartier ein Orientierungssystem, das den Weg weist und Identität stiftet. Den fünf Höfen als verbindende Elemente zwischen Bestandsgebäuden und Neubauten lassen wir besondere Bedeutung zukommen: Jeder Hof gehört zu einem Haus – und ist einem spezifischen Baum gewidmet, der dort vermehrt gepflanzt wurde. Nach jenem benennen wir Haus und Hof: So gibt es den Ginkgo-, Ahorn- und Robinienhof oder das Eichen- und Lindenhaus. Unser Konzept verwebt Wissen, Mythen und Geschichten um diese Bäume mit der Lyrik von Johann Wolfgang von Goethe, dem Namensgeber des Quartiers.
Wir kreieren fünf spielerische Welten um die fünf Baumarten – und lassen den Künstler Tobias Gutmann dazu wunderbare Wuchs-Wusel-Krabbel-Wesen erschaffen. Gutmann zeichnet Pflanzen-Details wie Blätter, Blütenstände, Früchte und Samen, aber auch Tiere oder Pflanzen, die den Baum oder seine direkte Nachbarschaft beleben. Dazu kombinieren wir Fragmente aus Goethes Gedichten. Und ergänzen eine literarische Ebene, die einlädt, Goethe und seiner Zeit aus einer neuen, alltagsnahen Perspektive zu begegnen.
Diese Elemente spielen wir in der gesamten Wegeleitung des Quartiers – auf Haus- und Glasfassaden, Wegweisungen, Durchtrittschutzen, Etagen- und Tiefgaragenkennzeichnungen. Die fantasievollen Zeichnungen geben den Bewohner:innen Orientierung und sie laden zum Entdecken und zur spielerischen Auseinandersetzung mit den Baumarten ein. Die narrative Namensgebung und ein prägnantes Farbkonzept unterscheidet die fünf Häuser und Höfe deutlich voneinander.
Neben Orientierung möchten wir mit unserem Konzept auch Gesprächsanlässe und Raum für Begegnung schaffen, dem Ort eine soziale Komponente hinzufügen. Dafür installieren wir in den Höfen „Kennenlerntafeln” und Interaktionsräume – strategisch gut gelegen zwischen Fahrradständer und Kinderspielplatz. So finden wir z. B. im Eichen-Hof einen Text, der uns mit Wissenswertem zur Eiche versorgt, sowie einen gemütlichen „Kraftort”, der zum „Kurz setzen. Und Akkus laden.” einlädt. Oder zum Gespräch mit der neuen Nachbarin.




















































